Grußwort Frühjahr 2022

Liebe Mitglieder unserer Gemeinde,

„wir sind nicht Herren Eures Glaubens, sondern Diener Eurer Freude“!

Mit diesem Wort des Apostels Paulus habe ich meine erste Predigt in Marienfeld und Harsewinkel gehalten.

38 Jahre bin ich seitdem als Pfarrer tätig. Zunächst als „Hilfsprediger“, danach als ordinierter und gewählter Pfarrer, habe ich die Nachfolge von Pfarrer Werner Könitz angetreten. 38 Jahre, eine lange Zeit, die ich mir am Anfang gar nicht hätte vorstellen können. 38 Jahre, das bedeutet, 38 Jahre lang taufen, konfirmieren, trauen und leider auch häufig beerdigen. Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben, 15/20 Jahre vielleicht und dann noch einmal in einer anderen Gemeinde Fuß fassen. Aber mit jedem Jahr mehr spürte ich, dass Harsewinkel und Marienfeld mir zur Heimat geworden war. Ich habe gerne mit Euch als unsere Gemeinde, aber auch mit den katholischen Geschwistern Zeit und Leben geteilt. Ihr seid eine tolle Gemeinde mit vielen Ideen, kritisch manchmal, fordernd, oft zu Recht, aber immer loyal und hilfreich. Viele Beziehungen und Freundschaften sind in diesen 38 Jahren entstanden. Christina und ich haben uns immer in der Gemeinde wohlgefühlt.

Neben dem normalen Alltag hat vieles aber auch besonderen Spaß gemacht. Die vielen Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen quer durch Europa, die großen Kindermusicals, bei denen Mitarbeitende und Kinder in kurzer Zeit zu einer tollen Gemeinschaft zusammengewachsen sind, die vielen Gemeindefahrten, die wir miteinander unternommen haben. Dazu kamen so manche Großveranstaltungen: die ökumenischen Stadtkirchentage, die Kreiskirchentage, das große Weite-Wirkt-Festival im Gerry-Weber-Stadion und manch anderes.

Aber auch das ökumenische Miteinander hat mir immer wieder Kraft gegeben: die vielen Visionen, die wir gemeinsam entwickelt haben, die Feste, die wir miteinander gefeiert haben und die vielen Begegnungen im Alltag.

Auch wenn es im Rückblick manchmal so aussieht, als sei ich ein Einzelkämpfer gewesen – das war nie so.

Von Anfang an war Frau Ibrügger als Gemeindepädagogin eine wertvolle Mitarbeiterin, und ich war stets dankbar, dass immer wieder andere Kolleginnen und Kollegen den Weg nach Harsewinkel fanden: Helmut Kirsch, Matina Bogdan, Rolf Stieber-Westermann, Markus Pape, Inga Schönfeld, Christian Reiser, Harald Klöpper, Mandy Liebetrau und seit nun auch schon über zehn Jahren Pfarrer Jörg Eulenstein. Sie alle haben in segensreicher Weise mit dazu beigetragen, das Gemeindeleben bunter, vielfältiger und mit neuen Ideen zu gestalten. Das gilt auch für die Leitungen und Mitarbeiter-Innen unserer Kindergärten, Jugendhäuser und die Schulsozialarbeit.

Das Gemeindeleben lebt aber nicht in erster Linie durch uns, die Hauptamtlichen, sondern es gestaltet sich durch die vielen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und durch Euch, die ganze Gemeinde, die vielen Glieder am Leib Christi. Eure Offenheit, Eure Fröhlichkeit und Euer Mut, Euch immer wieder auf Neues einzulassen, hat mir immer Kraft gegeben. In Eurer Unterstützung habe ich auch immer die Kraft Gottes gesehen und Eurer Freude habe ich immer gerne gedient.

Das alles liegt nun hinter mir.

Am 26. Juni werde ich offiziell in einem Gottesdienst von unserem neuen Superintendenten, Herrn Dr. André Heinrich in den Ruhestand „entpflichtet“. Ich bin dann nicht mehr Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Harsewinkel, aber ich bleibe Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Wie sieht meine Zukunft aus? Christina und ich werden aller Voraussicht nach in der Gemeinde wohnen bleiben und uns neuen Aufgaben zuwenden.

Im Alltag werden wir uns sicherlich weiterhin begegnen, und wir freuen uns auch über jeden Besuch.

Das Gemeindeleben wird natürlich weiter gehen, und ich kann Euch versichern, dass es bei Pfarrer Jörg Eulenstein und dem ganzen Presbyterium weiterhin in guten Händen liegt. Ihr dürft Euch auf viel Neues und Spannendes freuen.

Euer

Martin Liebschwager

Pfarrer Martin Liebschwager 1984

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