Ökumenischer geistlicher Impuls am 31.01.2012

Ökumenischer geistlicher Impuls von Pastoralreferent Matthias Mönig

Jesu frohe Botschaft heilt

Wenn etwas Neues beginnt, ist das meistens spannend. Als Jesus vor ungefähr 2000 Jahren begann, den Menschen von Gott zu erzählen und Kranke zu heilen, waren die Menschen sehr beeindruckt. Sie spürten, dass mit Jesus etwas Großes anfing. Eines Tages ging Jesus in dem kleinen Ort Kafarnaum in den Gottesdienst und sprach zu den versammelten Juden von Gott. Da geschah etwas Unerwartetes. Alle redeten noch lange darüber.

Auch zwei Männer aus Kafarnaum, wir nennen sie Samuel und Benjamin, könnten sich am Tag nach dem Gottesdienst auf dem Marktplatz getroffen haben. Weil Samuel auf einer Reise war, weiß er nicht, was geschehen ist. Benjamin erzählt es ihm:


B.: Schön dich zu sehen, Samuel. Du warst länger unterwegs?

S.: Ja, ich habe eine anstrengende Reise nach Jerusalem hinter mir. Ich bin heute Morgen erst zurückgekehrt.

B.: Dann weißt du noch gar nicht, was gestern während des Gottesdienstes geschehen ist?

S.: Nein, was denn, erzähl' schon.

B.: Der Gottesdienst fing an wie immer. Ein neuer Rabbi, er heißt Jesus und kommt aus Nazareth, hat zum ersten Mal zu uns gesprochen. Kaum hatte er die ersten Worte gesagt, wurde es mucksmäuschenstill im Raum. Wir wollten jedes Wort verstehen. Alle spürten, dass er Wichtiges zu sagen hatte. Er sprach von Gott, aber anders als unsere Schriftgelehrten. Es war, als würde Gott selbst zu uns reden.

S.: Das hätte ich auch gerne gehört.

B.: Aber das Wichtigste habe ich ja noch gar nicht erzählt.

S.: Du machst es aber auch spannend!

B.: Stell' dir vor, unter uns saß ein Mann, der fing plötzlich an zu schreien. Wir waren alle ganz entsetzt.

S.: Unglaublich, was war mit ihm los?

B.: Es muss ein böser Geist aus ihm gesprochen haben. Jedenfalls brüllte er Worte wie: „Jesus von Nazareth, bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes."

S.: Das klingt verrückt. Wie hat sich dieser Jesus verhalten?

B.: Das war ja das Erstaunliche. Er blieb ganz ruhig. Er sagte nur ein Wort, das hab' ich mir behalten. Er befahl dem Geist: „Schweig und verlass ihn!"
S.: Und was geschah dann?

B.: Der Mann warf sich hin und her und schrie noch einmal laut auf. Dann war Ruhe. Es war, als hätte ihn der Geist, der ihn so geplagt hat, verlassen. Alle schauten einander erschrocken an.

S.: Das kann ich mir vorstellen. So etwas erlebt man nicht alle Tage!

B.: Du sagst es. Wir fragten uns hinterher, was wir da gerade erlebt hatten. Jesus hat dem Geist befohlen, den Mann zu verlassen. Und der gehorchte. Er hatte keine Macht mehr über den armen Kerl.

S.: Ein Rabbi, der offenbar Vollmacht hat von Gott. Diesem Jesus möchte ich auch gerne einmal begegnen.

 

Benjamin und Samuel sind natürlich zwei frei erfundene Personen. Sie geben hier in einem an das Evangelium des heutigen 4. Sonntags (Mk 1,21-28) angelehntem Dialog wieder, was sich damals in Kafarnaum zugetragen hat.

Stellen sie sich einmal vor, dies hätte sich in einer unserer Kirchen ereignet. Wie hätten wir wohl reagiert?

Wir wären sicher auch entsetzt gewesen. Wenn ein Mensch sich auf den Boden wirft und schreit, fragen wir uns, was mit ihm ist. Wir würden keinen schädlichen oder bösen Geist befürchten. Vielmehr würden wir fragen, welche Krankheit er hat.

 

Früher jedoch hielten die Menschen jede Art von Krankheit für eine Besessenheit. Tatsächlich erfahren wir die Krankheit auch stets als eine Einschränkung unserer Freiheit. Der Kranke kann dies oder jenes nicht mehr, und umgekehrt tut er aber auch Dinge, der er als Gesunder nicht tun würde.
Diese Situation erleben die Kranken selbst auch sehr schmerzlich: Ich bin nicht mehr Herr über mich, z. B. wenn jemand in ein Depression geraten ist oder sonst eine seelische Krise. Und so ein Mensch, der anderen und vielleicht auch sich selbst abnorm oder überspannt erscheint, wird von Jesus geheilt. Und das geschieht durch ein wirkmächtiges Wort Jesu.


Seine Therapie zielt darauf, die guten und heilen Kräfte im Menschen zu stärken. Und in dem Maße, wie diese Fähigkeiten wachsen, werden die Fesseln und Ängste und Minderwertigkeitsgefühle überwunden. Indem Jesus sich dem Kranken zuwendet und ihn anspricht, bekommt dieser wieder Ansehen, er fühlt sich befreit und erleichtert.

Jesus Macht besteht darin, dass er zu den Herzen der Menschen spricht und damit in den Menschen die guten Kräfte aufweckt, die stärker sind als die krank machenden.
Seine Botschaft lautet: „Du hast die Kräfte zum Leben, zur Liebe, zum Glück. Nütze diese guten Kräfte und du wirst gesund werden.“
Kein Wunder, dass Menschen die Botschaft Jesu „Evangelium“ - Frohbotschaft, nennen.

 

Matthias Mönig

 

 

 

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Weltladen hat wieder geöffnet

Für den Verkauf von Kaffee, Tee, Honig und weiteren Lebensmitteln ist der Weltladen Harsewinkel e.V., Clarholzer Straße 18, unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften wieder geöffnet: Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und 15 bis 18.00 Uhr sowie Samstag von 10.00 bis 12.30 Uhr.

Neu im Angebot sind nachhaltige Kaffee-Kapseln, die gänzlich ohne Aluminium und Plastik auskommen. Umverpackung wie auch Kaffeekapseln sind vollständig kompostierbar. Die Kapseln sind für gängige Vollautomaten, auch mit Nespresso kompatibel. Die Robusta- und Arabica-Kaffeebohnen werden in Peru angebaut und in Italien geröstet. Zunächst sind die Kapseln in vier Sorten erhältlich: zweimal Espresso, Kaffee sowie Entkoffeiniert. Zum Testen können die Sorten einzeln zusammengestellt werden.

Bestellungen werden auch weiterhin gern per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder telefonisch (0173 740 9505) entgegen genommen. Abhol- bzw. Liefertermine erfolgen dann nach Absprache.

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Sofa-Gottesdienst 24.01.2021

Ein „Sofa-Gottesdienst“ – allein oder in Gemeinschaft

Suchen Sie sich für diesen Gottesdienst einen schönen Platz in Ihrer Wohnung, zünden Sie eventuell eine Kerze an und beginnen Sie einfach mit dem Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. - Amen.

Glücklich schätzen kann sich jede und jeder, wer in der gegenwärtigen Krisensituation beruflich abgesichert ist. Noch mehr ist glücklich zu schätzen, wer einer Beschäftigung nachgehen kann, die für sie oder ihn zur Berufung geworden ist, die sie persönlich ausfüllt und Freude bereitet.
Wie wird aus einer Aufgabe eine Berufung? Die Evangelien erzählen, wie sich Jesus von der Not der Menschen, die ihm begegneten, herausfordern ließ und wie er so seine eigene Sendung und Berufung gefunden hat. Jesus hat Menschen aufgefordert, es ihm gleich zu tun und ihm nachzufolgen. Auch wir werden vom Leben und von unserem Glauben an das Reich Gottes herausgefordert, unsere persönliche Berufung zu suchen.
Bitten wir den Herrn, dass er uns die zu uns passende Lebensaufgabe und den rechten Weg finden lässt.

Herr, Jesus Christus,
der Geist Gottes hat dich angetrieben, die Frohe Botschaft vom Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen. Herr, erbarme dich.

Du forderst Männer und Frauen auf, dir in deinem Engagement zu folgen.
Christus, erbarme dich.

Du sendest uns aus, deine Frohe Botschaft in unsere gegenwärtige Welt hineinzutragen.
Herr, erbarme dich.

 

Markusevangelium 1, 14-20

Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

 

Ein kurzer Impuls zum Evangelium

Du berufst auch heute Frauen und Männer

Gott sagte:
Geh, folge mir nach!
Und ich sagte: Wer, ich?
Und Gott sagte: Ja, Du.

Und ich sagte:
Ich habe so viel zu tun,
meine Zeit wird mir knapp,
und ich kann das meiner Familie nicht zumuten.

Und Gott sagte:
Ich brauche dich!
Und ich sagte: Lieber Gott,
ich gehöre nicht zu den Leuten,
die sich wichtig machen.

Was ist, wenn ich Fehler mache?
Sie werden über mich reden,
und sie werden mich lächerlich machen!
Und - ich habe Angst!

Und wieder sagte Gott:
Geh, folge mir nach!
Und ich fragte: Muss ich?
Kann es nicht jemand anderer sein?

Und Gott fragte: Liebst du mich?
Dann geh und folge mir nach - Schritt für Schritt.
Ich werde mit dir sein.

Fürbittendes Gebet

Guter Gott, du siehst die Nöte der Menschen. Höre auf unsere Bitten!

Für alle, die in der gegenwärtigen Krise ihre Beschäftigung und ihr Einkommen verloren haben.
Führe sie dieser Unsicherheit und Not heraus.

Für alle, deren Leben durch eine plötzliche Krankheit oder einen Schicksalsschlag durcheinander geworfen worden ist. Lass sie wieder Halt und Gesundheit finden.

Für alle, die du berufst, einen Dienst in der Kirche auszuüben.
Lass sie spüren, dass sie gebraucht werden, und gib ihnen die Kraft, ihrer Berufung zu folgen.

Für alle, die einen Beruf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohl der ganzen Gesellschaft ausüben. Lass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sein und schenke ihnen Freude an ihren Aufgaben.

Für alle, die sich in der Entwicklungshilfe oder in einem internationalen Hilfsdienst engagieren.
Lass ihr Engagement Früchte tragen für eine gute Zukunft.

Für alle unsere Verstorbenen, besonders für jene, denen wir als Gemeinschaft Dank schulden.
Schenke ihnen ewige Freude und Erfüllung bei dir.

Vater unser

Bitte um den Segen

Gott, Anfang und Ende,
zeitlos und doch in jeder Zeit -
segne uns.

Du, Schöpfer und Erhalter der Welt,
in allen Dingen finden wir die Spuren deiner Liebe -
bewahre uns.

Du, Erlöser und Befreier aller Menschen,
in allen Worten liegt die Sehnsucht nach dir –
behüte uns.

Du, Vollender alles Unfertigen,
in unseren Häusern und Ruinen will dein Geist wohnen,
leite uns.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 


von:

Pfarrer André Pollmann

Kirchplatz 5

33428 Harsewinkel

05247/636260

 

 

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