Grusswort Winter 2018

Liebe Leserinnen und Leser!

“Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren!” So war es auf einem Plakat bei der Modenschau zu lesen während unseres Gemeindefestes zum Thema “68er - Flower Power”. Dass es unter den Talaren aber nicht muffig zugeht, das zeigten wir für alle deutlich sichtbar in den Gemeindefestgottesdiensten. So lupften Vikarin Liebetrau, Pfarrer Martin Liebschwager und ich unsere Talare, als Mitglieder des Jugendgottesdienstes fröhlich bunt und laut begleitet mit der Musik der Beach Boys in die schwer wortlastige Liturgie nach alter Tradition hereinplatzten. Mit unseren Flower-Power-Hemden und den Schlagworten “Freiheit, Toleranz, Vielfalt” machten wir deutlich, dass die 68er viel Bewegung in unsere Gesellschaft brachten. Diese Schlagworte nahmen wir im Familiengottesdienst am Gemeindefestsonntag wieder auf, um auf der Grundlage von Bibel und reformatorischer Theologie aufzuzeigen, wie aktuell diese in Kirche und Gesellschaft sind. Begleitet wurden wir dabei von “Bunten Menschen” - einer Aktion, die die Schulsozialarbeit am Gymnasium in Kooperation mit unserer Gemeinde z.Zt. durchführt (siehe dazu den Artikel in diesem Gemeindebrief).

Freiheit - Toleranz - Vielfalt. Während ich diese Zeilen schreibe, beginnt der November. Eine Zeit, die uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnert und an

die Opfer von Krieg und Diktaturen unserer deutschen Geschichte. Erinnerung und Mahnung sind wichtige Augenblicke, um sich immer wieder neu bewusst zu machen, wie wertvoll unser Leben in Frieden und Freiheit ist - und dass das nicht selbstverständlich ist.

“Wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit” (2.Kor.3,17). Jesus machte in Allem deutlich, dass er die befreiende Liebe Gottes zu den Menschen brachte (Joh.3,17). Und da, wo diese Liebe ist, ist nicht nur Gott gegenwärtig (1.Joh.4,16b), sondern führt auch diese Liebe zur Anerkennung, zur Toleranz gegenüber dem Anderen (1.Kor.13,7).

So verbindet der Glaube an Gottes befreiende Liebe die Menschen und lässt sie zur Gemeinde Jesu Christi werden.

Eine Glaubensgemeinschaft, die vielfältig ist, weil ihre Mitglieder so unterschiedlich sind. Eine Gemeinschaft, die untereinander immer wieder neu die gottgegebene Toleranz bedenkt und sich darüber besinnen muss. In der Bibel wird dieses als der Ruf in die Nachfolge bezeichnet. Mit der bald beginnenden Adventszeit und der danach folgenden Weihnachtszeit wird dieser Ruf in die Nachfolge für uns besonders spürbar, wenn wir uns auf die Geburt
Jesu vorbereiten und diese feiern, um dann das zu tun, zudem die Jahreslosung 2019 uns auffordert:

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

Das wollen wir tun - als Christenmenschen: frei, tolerant und vielfältig.

So grüße ich Sie und Euch alle herzlich,

Jörg Eulenstein

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