Ökumenischer geistlicher Impuls am 23.05.2021

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben.

An diesem Wochenende feiern wir wieder Gottesdienste in Präsenz. Gott sei Dank.

Eine Zeit des Hungerns und Dürstens ist wieder zu Ende gegangen. Ich hoffe, es ist das letzte Mal in dieser Pandemie. Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zerrten an unseren Nerven. Man lebte zurückgezogen in seinen eigenen vier Wänden und harrte der Dinge die da kommen. Besonders belastet waren die jungen Familien, die ihre Kinder nicht in die Kita oder in die Schule schicken konnten. Neben dem Familien-schulunterricht musste oftmals noch der Berufsalltag gestemmt werden. Ob nun in Home-Office oder in Präsenz beim Arbeitgeber. Meine Wahrnehmung ist, dass in vielen Familien die Nerven blank liegen.

Blank liegen die Nerven auch bei den Jüngern, wenn ich in das Pfingstevangelium schaue. Sie haben sich zurückgezogen, die Türen verschlossen und sind voller Angst. Sie wissen nicht wo ihnen der Kopf steht und können das Geschehene nicht begreifen. Jesus ist fort. Sie isolieren sich und versuchen gemeinsam die Krise zu überwinden.

Doch dann tritt Jesus in ihre Mitte und haucht ihnen den Heiligen Geist ein. Er befreit sie aus ihrer Lethargie und schenkt ihnen neuen Mut. Es ist der Heilige Geist der sie befreit, der sie von nun an befähigt, dass Evangelium Jesu Christi zu den Menschen zu bringen. Es beginnt noch einmal etwas ganz Neues. Die Geschehnisse der Kreuzigung und der Auferstehung erscheinen auf einmal in einem ganz anderen neuen Licht. Sie richten den Blick wieder in die Zukunft.

  • Sie stehen auf!
  • Sie richten sich auf!
  • Sie richten ihr Leben wieder auf!
  • Sie richten sich wieder neu nach der Botschaft Jesu Christi aus.

Auch wir Christen leiden zurzeit an der prekären Situation, dass sich viele Menschen aus unterschiedlichsten Beweggründen von der Kirche abwenden. Da spielen die Missbrauchsfällen eine Rolle und die Wahrnehmung, dass sich die Kirche mit einer offenen Aufklärung schwertut. Auch die momentan ungewisse Zukunft unserer Gemeinde hinterlässt ihre Spuren und die spärlichen kirchlichen Angebote hinsichtlich der Coronakrise tragen auch noch dazu bei. Ich habe auch das Gefühl, dass es nicht wenige Menschen gibt, die die kirchlichen Angebote wirklich vermisst haben.

Umso mehr sind wir jetzt gefordert, den Blick nach vorne zu richten, zu reflektieren, welche Bedeutung der Glaube und die christliche Gemeinschaft für mich hat! Zurückzuschauen, um zu ergründen, in welchen schwierigen Situationen Gott mir geholfen hat.

Wie oft er mir in der Eucharistie nahe gewesen ist und mir das Herz geöffnet hat.

Wie er es immer wieder geschafft hat, dass ich die Mitmenschen in meinem persönlichen Umfeld in den Blick nehme, bewusst oder auch ganz unbewusst.

Ich denke, dass jetzt, am Pfingstfest genau der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sich vom Heiligen Geist erfüllen zulassen, die Suche nach Jesus Christus wieder neu aufzunehmen und aufflammen zulassen:

  • um meinen Glauben wieder neu zu erfahren
  • um meinen Glauben weiter zu ergründen
  • um meinen Glauben in mir und an meinen Mitmenschen lebendig werden zulassen.

Der Heilige Geist ist die Hilfe Gottes.

Er ist es, der uns alles eingibt, der uns hilft aufzustehen,

der uns antreibt nicht müde zu werden, im Glauben zu wachsen.

Sich von Gott berühren, aufrichten und erlösen lassen, dazu möchte ich sie einladen.

Erlösung liegt darin, sich von dem zu trennen, was mich von Gottes Liebe fernhält.

 

Diakon Gottfried Scharpenberg.

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