Impuls 01.04.2020

Sieben Wochen ohne…

Viele kennen diese Worte aus der Fastenzeit/aus der Passionszeit. Sieben Wochen sollen wir beim Fasten den Blick auf einen eigenen Schwerpunkt beim Fasten setzen. Da gibt es dann ganz unterschiedliche Ergebnisse: manche hören mit dem Rauchen auf, manche mit dem Alkohol, andere sagen: sieben Wochen mehr Zeit mit der Familie, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Um uns eine Möglichkeit zu schaffen, vielleicht auch auf bestimmte Verhaltensweisen zu verzichten, gibt die Evangelische Kirche in Deutschland jedes Jahr ein bestimmtes Motto vor. In diesem Jahr lautet es:

Zuversicht. Sieben Woche ohne Pessimismus.

Ich finde das ein sehr schönes Motto, obwohl es mir sehr leicht fällt, sieben Wochen ohne Pessimismus zu leben. Auch und gerade in diesen Zeiten. Nun neige ich grundsätzlich deutlich mehr zu Fröhlichkeit und Optimismus statt zu Pessimismus. In meinen Gedanken klappt etwas erst dann nicht, wenn es nicht klappt. Aber mir vorher schon Gedanken zu machen, warum etwas nicht klappen kann, um es dann gar nicht erst zu beginnen, das ist nicht mein Ding. Pessimismus gebiert häufig Angst, und Angst ist eine schlechte Lebensbegleiterin. Ängste lähmen und verstellen den Blick auf Lebensmöglichkeiten. Vorsicht ist in manchen Situationen geboten, aber keine Angst. Nun ist das Gegenteil des Pessimismus im Fastenmotto Zuversicht. Mit Zuversicht verbinde ich die Hoffnung, im manchmal schwierigen Situationen mein Vertrauen nicht zu verlieren, mein Vertrauen darin, dass Gott uns und die Welt nicht untergehen lässt und uns dadurch gleichzeitig die Kraft gibt, meine und unsere Zukunft zu gestalten. Aus dieser Hoffnung zu leben kann uns auch in diesen Tagen helfen, vorsichtig zu sein, aber nicht ängstlich, weil wir aus dem Vertrauen zu Gott leben können.

Das ist übrigens nicht neu, schon im Alten Testament heißt es schon vor ca. 2500 Jahren:

Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.

Das stimmt! Aber damit uns das auch gelingt, brauchen wir keinen Pessimismus oder gar Angst, sondern eine feste Zuversicht.

 

Martin Liebschwager

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