Impuls 01.05.2020

Josef wird meist in einem Atemzug mit Maria genannt. Josef  war Handwerker. Das entsprechende Wort wird oft mit Zimmerer übersetzt; aber in der damaligen Zeit war damit viel mehr verbunden; die Planung und Durchführung von Bautätigkeiten. Wir können davon ausgehen, dass Jesus sich als junger Mensch durch Josef einführen ließ in die Welt der Arbeit. Er, der Sohn Gottes scheute sich nicht, als Sohn des Zimmermanns zu gelten und er zeigt uns, dass jeder Mensch einen einzigartigen Wert, ja eine unverlierbare Würde hat. In der Arbeit entfaltet der Mensch seine Talente und Fähigkeiten. Hier kann sich seine Kreativität zeigen und bewähren.  Doch der Mensch muss auch von seiner „Hände Arbeit“ leben und sich und seine Familie ernähren können.

Noch vor kurzem wurde für die Beschäftigten, die die an Corona erkrankten Menschen bis zu Erschöpfung pflegen, applaudiert. Und auch die Menschen, die in unspektakulärer Weise ihrer Arbeit im Supermarkt, in der Alten- und Krankenpflege oder an anderer Stelle nachgehen, erhielten von der Bevölkerung große Beachtung und Wertschätzung für ihren Dienst. Das ist super und es freut mich, dass diese Dienste, die oft im Verborgenen verrichtet werden, nun einmal so in den Mittelpunkt gestellt werden.  Wenn hoffentlich eines Tages ein wirksamer Impfstoff und Medikamente entwickelt werden und wieder mehr Normalität in unseren Alltag einkehrt, dann wünsche ich mir, dass die in dieser schweren Zeit und unter den äußerst schweren Bedingungen geleistete Arbeit nicht nur mit Applaus und schönen Dankesworten honoriert wird, sondern auch mit einer besseren Vergütung.

 

Doch noch einmal zurück zum heiligen Josef, von dem die Bibel nicht wirklich viel erzählt. Er gehört eher zu den stillen und unauffälligen Personen. Josef zeichnet aus, dass er so bescheiden ist. Er ist keiner, der sich in den Vordergrund schiebt oder der sich wichtig machen muss. Er kennt seine Aufgabe: geduldig warten zu können und dabei aufmerksam zu bleiben für alles, was geschieht. Er kann sich zurücknehmen. Das zeichnet ihn als einen verlässlichen Partner aus. Er bleibt im Hintergrund und ist doch unverzichtbar. So als wollte er sagen: Wenn ihr mich braucht, bin ich da. Ihr könnt euch auf mich verlassen.

Ich hoffe, dass jeder von uns so einen „Josef“ unter seinen Freunden hat. Einen, der verlässlich und treu ist, mit dem man sich ohne große Worte versteht. Wenn ich ein Problem habe, dann kann ich mit ihm darüber reden. Er ist da für mich, aber er drängt sich nicht auf. Er wird sich nicht in den Vordergrund spielen und mir kluge Ratschläge geben. Er legt auch nicht alles auf die Goldwaage. Einer, der mich eben kennt und zu nehmen weiß.

Solche Menschen im Hintergrund sind unverzichtbar für mich, weil ich weiß: Wenn es wirklich darauf ankommt, dann stehen sie hinter mir.

Gebet:
Herr Jesus Christus, der heilige Josef war ein stiller, bescheidener und verlässlicher Partner. Er war da, als er gebraucht wurde. Deswegen ist er durch sein Leben ein besonderer Freund Gottes geworden. Auch wir wollen treue und verlässliche Freunde für die sein, die uns brauchen und ihre Hoffnung auf uns setzen. Schenke uns Standhaftigkeit und Mut für die Augenblicke, in denen es darauf ankommt, sich für andere als ein guter Freund zu erweisen.

Matthias Mönig

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